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Ringcon 2007 |
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Ein
neues Jahr, eine neue Ringcon. Sie fand erneut aber vorerst zum letzten
Mal im Esperanto in Fulda statt, denn nächstes Jahr geht es zurück
ins Bonner Maritim. Doch erst mal ein Bericht von diesem Jahr. Die Gästeliste mochte für den ein oder anderen Unwissenden langweilig ausgesehen haben. Erneut standen Mark Ferguson (Gil Galad) , Jed Brophy (Ork), Lori Dungey (Hobbitfrau Mrs. Bracegirdle), Thomas Robbins (Deagol) und Jonathan Harding (Elb Erestor) auf der Bühne. Alles keine Top-Stars. Selbst der große John Nobel (Denethor) war uns bereits aus dem letzten Jahr bekannt. Der kleinste Stuntman der Welt, Kiran (ihr habt ihn alle einmal gesehen. Er steckte im Kostüm des Bärenmarke-Bären) und WETA-Mitarbeiten Daniel Falconer waren sicher keine Zugpferde, und auch die beiden „Flucht der Karibik“ -Nebendarsteller Clive Ashburn und Isaac C. Singleton Jr. (beide spielten Piraten, Clive auf dem Schiff von Davy Jones, Isaac auf der Black Pearl), deren Erscheinen heftige Diskussionen auslöste, weil Hardcore-Fans eine Mischung der Genres ablehnen, versprachen nicht viel. Lediglich Gollum- und King Kong-Darsteller Andy Serkis durfte man als neu und zu den Großen gehörend bezeichnen. Gemerkt? Ich schrieb „Unwissenden“, denn wer in seinem Leben nicht nur eine Con besucht hat, der weiß, dass ein großer Name zwar noch lange keine große Show ausmacht, aber „Neben“ nicht gleichbedeutend ist mit „langweilig“. Nicht, dass John oder Andi nicht fantastisch waren. Im Gegenteil. Und die so genannten „Nebendarsteller“ haben uns dieses Jahr wieder einmal eine Con beschert, die ihres gleichen suchen muss.
Eine der ersten Fragen ging an die Darsteller, die bereits schon
einmal auf der Con waren. „Warum sind sie wieder hier?“
Jonathan brüllte laut „Money“ und löste damit
allgemeines Gelächter aus, Mark fügte aber hinzu, dass
das nicht alles sein könnte, denn dafür wäre der
Weg zu lang. Einstimmiges Nicken. Ich für meinen Teil kann damit gut leben. Es zwingt mich doch niemand, Panels von Schauspielern zu besuchen, die mich nicht interessieren. Wichtig ist nur, dass Filme ausgesucht werden, die zur Atmosphäre der Ringcon passen. Aus dem Grund hatte die Orga auch eine Umfrage unter den Conbesuchern gestartet, welche Filme und welche Schauspieler gewünscht sind. Gute Idee. Aber zurück zur Pressekonferenz. Die Pressekonferenz ging zu Ende. Vor dem Raum hatte ich das Glück,
mit Lori und Isaak ein Foto zu schießen (Frau braucht doch
Beweisfotos). Dann ging es aufs Gelände. Spätestens jetzt
warf sich der echte Fan ins Kostüm, ich natürlich auch.
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| Den weiteren Nachmittag nutzte
ich zu etwas, was ich schon immer einmal machen wollte: Ben Schamma,
Chef der Stunttruppe Defcon Unlimited, bot einen Stuntworkshop an. Also:
schnell was Bequemes an und auf zum Prügeln und Fallen. Eine kleine Hand voll begeisterter Leute ließ sich von Ben erklären, wie man vortäuscht, geschlagen worden zu sein, wie man schlägt und tritt, ohne wirklich zu treffen und wie man effektvoll fällt. Zitat: „Fallen tut immer ein bisschen weh.“ Meine blauen Flecken zeugten davon, aber wir hatten riesig Spaß. Liebe Ringcon: Bitte wiederholen! |
Der
Abend wurde dann durch die traditionelle Opening Ceremony eingeleitet,
die mit einer Feuerspucker- und Fackelwerf-Nummer zu den Klängen
der Carmina Burana begann. Beeindruckend. Und selbst bis in die oberen
Ränge spürte man die Hitzewelle, wenn die Feuerballen im Takt
den Saal erhellten.Es folgten Kinotrailer zu „Die Schwerter des Königs“ und „Der goldene Kompass“, beides scheinbar sehr sehenswerte Filme. Dann bekamen die Zuschauer den Kampf um Minas Tirith geboten, in dessen Verlauf ein lebensgroßer Höllentroll die Bühne betrat. Und „lebensgroß“ ist hier wörtlich zu nehmen. Das Biest war gute 3 Meter hoch. Das mit dem Betreten ist vielleicht übertrieben. Dem Troll fehlten Kostümtechnisch bedingt die Kniegelenke. Und ohne Kniegelenke kann man nun mal keine Treppe zur Bühne besteigen. Also wurde kurzerhand ein Gabelstapler genommen, den der Troll bestieg und mit dem er dann auf die Bühne gehievt wurde. Was für ein Aufwand! Aber der Auftritt war echt riesig, nicht nur im übertragenen Sinn. Nach der Vorstellung der „Intellektuellen“ betraten nun die anwesenden Schauspieler von Marc B. Lee auf gewohnt enthusiastische Art und Weise angekündigt nacheinander unter Jubelrufen die Bühne. Isaac versuchte sich mit etwas deutsch, Thomas kam so schwungvoll auf die Bühne, dass er sich daherlegte und Lori hatte sogar einen längeren Text in Deutsch, den sie recht gut von ihrem Spickzettel ablas. Marc Ferguson richtete uns Grüße von „seiner Frau Barbara“ aus und wollte uns eigentlich mitteilen, dass ein Teil von Craig immer bei ihm wäre und somit ja Craig eigentlich auch da sei. Stattdessen sagte er „There´s a part of Craig in me.“ was schallendes Gelächter auslöste. |
Nach
der Opening folgte eines der „großen“ Panel: John
Nobel. Wie schon im letzten Jahr stellte sich uns ein ernsthafter, sympathischer
und nachdenklicher Schauspieler vor, der die Con mit den Worten „There
is something here that is unic“ (Hier ist etwas, das einmalig
ist) beschrieb. Das Erlebnis, bei der Verfilmung des Herrn der Ringe
mitgewirkt zu haben, sei etwas, um das ihn viele Schauspieler beneideten,
denn ungeachtet seiner vielen anderen Rollen in Filmen und auf Theaterbühnen
würden viele ihn immer zuerst fragen, wie es war „dabei gewesen
zu sein“. Er wäre es bisher noch nie leid geworden, immer
wieder auf seine Rolle als Denethor angesprochen zu werden, weil es
einfach eine großartige Rolle war, sein Lieblingscharakter des
Buches, traurig, tragisch und wunderbar. Von großem Vorteil war
bei den Dreharbeiten, dass immer so viele Menschen anwesend waren, die
Tolkiens Werk in- und auswendig kannten, denn es wäre ihr Ziel
gewesen, den Film so nah wie möglich an Tolkien anzulehnen. Angesprochen
auf die Schluss-Szene, in der Denethor sich anzünden will, erzählte
John, dass es schon recht beängstigend und doch aufregend zugleich
gewesen war, so vom Feuer umringt gewesen zu sein. Das angebliche Öl,
das er über sich ausschütten musste, war damals unter anderem
Glycerin gewesen, damit es der Konsistenz von Öl ähnelte.Beeindruckend wäre auch die Szene gewesen, in der Billy sein Lied sang. Natürlich wurde das Stück anschließend im Studio aufgenommen, aber um die passende Atmosphäre zu schaffen, sollte Billy auch auf dem Set singen. Und als er begann, waren plötzlich alle an die 200 anwesenden Menschen mucksmäuschen still, weil es so wunderbar klang. Denethors „Ess-Szene“ sei eigentlich nur durch einen Zufall so zustande gekommen, denn zuerst hatte John Nobel nur aus Versehen die Tomate spritzen lassen. Peter Jackson war davon so begeistert, dass er das ausbaute, bis die uns bekannte Szene entstand. Aus all seinen Erzählungen konnte das Publikum deutlich schließen, wie viel Energie, Arbeit und Gedanken John Nobel in seine Darstellung des Denethor gesteckt hatte. (Warum war er so zerrissen? Was machte ihn zu dem Mann, der er ist? Denethor hat keine Freunde, keine Vertrauten. Warum verhält er sich Faramir so gegenüber?) Gerade diese intensive Auseinandersetzung mit der ihm anvertrauten Rolle zeigte uns den großartigen Schauspieler, der John Nobel ohne Zweifel ist. |
Nach
dem so beeindruckenden und ruhigen John Nobels gab´s als Kontrastprogramm
ein Panel von Mark Ferguson, Lori, Thomas, Jed und Jonathan. Damit waren
eigentlich Lachanfälle vorprogrammiert. Und natürlich wurden
wir nicht enttäuscht. Die 5 hatten ein Spiel a la „Wer wird
Millionär?“ vorbereitet, in dessen Verlauf Fragen zu Buch
und Film beantwortet werden sollten. Da oft die Fans besser Bescheid
wissen als die Schauspieler, war klar: Jede Mannschaft (Lori und Jonathan
auf der einen Seite, Thomas und Jed auf der anderen) bekam einen Mitspieler
aus dem Publikum zur Seite gestellt.Tja, und von da an nahm der Abend für mich eine unerwartete Wendung. Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hatte, aber irgendwie hob sich meine Hand von alleine. Und, ich hatte es befürchtet, Mark suchte mich aus, um Thomas und Jed zu unterstützen (somit ist wohl einigen Lesern in diesem Moment klar, wer hier schreibt) War das ein Spaß! Zwar waren die Fragen teilweise recht schwierig, vor allem als es um Namen aus dem Buch ging (denn ich hatte das Buch nur in Deutsch gelesen) aber das war egal. Joker wurden verbraucht, Showeinlagen geliefert. So zog Jed, um einen Punkt zu gewinnen, seine lange Hose aus und zum Vorschein kam erneut die Lederhose. Sozusagen der Lederhosen-Bonus. Ich kann aus ersten Hand bestätigen: Jed sah auch von gaaaanz nah gut darin aus :-))) |
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Wie
es Lori, Mark, Thomas, Jonathan und Jed am nächsten Morgen schafften,
gut gelaunt und fit das erste Panel zu bestreiten, ist mir ein Rätsel.Es wurde ein musikalisches Panel. Jed brachte einen Ork-Blues, in dem er beweinte, dass er die Orkfrauen vermisse, Lori sang eine traurig-witzige Hobbit-Ballade, weil sie keinen Mann, aber 7 Kinder hat, Jonathans Elben-Lamment wurde zu einem Reggae und Mark (ja, Mark sang das zweite Mal in seinem Leben auf einer Bühne) vertonte seine Passport-Geschichte. Oje, die Bauchmuskeln wurden schon arg strapaziert. Was die 5 so auf der Bühne veranstalten, lässt sich schwer beschreiben. Das muss man sehen! (*Werbemodus an* An dieser Stelle kann ich nur die Con-DVD empfehlen *Werbemodus aus*) Die 5 brachten erneut ihr Stuntdouble-Spiel. Mark und Lori spielten eine Szene, die eigentlich völlig harmlos ist, bauten irgendeinen gefährlichen Schwachsinn ein und riefen dann nach ihrem „Stuntdouble“. Und Thomas, Jed und Jonathan sprangen ein. So wurden wir zum Beispiel Zeuge, wie Thomas und Jed Stellungen des Kamasutra, dargestellt von Jonathan, ausprobierten. Hilfe! |
Im
anschließenden Lori/Thomas Panel stellten die beiden auf witzige
Weise die Szene dar, in der Thomas als Deagol den Ring findet und von
Smeagol umgebracht wird. Nur machte Lori alles falsch und Thomas musste
ständig eingreifen. Anstatt zum Beispiel ruhig im Fischerboot zu
setzen, warf Lori den Außenborder an oder fischte keinen Fisch
sondern spielte einen Delfin, der ja bekanntlich KEIN Fisch ist.Anschließend wollten sich die zwei drei Frauen auf die Bühne holen, die im Stil von „Herzblatt“ für Deagol eine Frau suchen wollten unter dem Motto „Bring Deagol back to life.“ (Hol Deagol ins Leben zurück.) Und womit sollte das besser funktionieren als mit Liebe. Doch als dritte Frau betrat Jed die Bühne und versuchte, mit piepsiger Stimme Thomas Liebe zu gewinnen. Er schaffte es allerdings nicht. Nur echter, weiblicher Charme konnte Deagol/Thomas überzeugen. Es geht eben doch nichts über die Waffen einer Frau ;-) |
Die anschließende Auktion wurde wie schon die Jahre zuvor von
Mark Ferguson geleitet, unterstützt von Lori, Thomas, Jonathan
und Jed, der es schaffte, Craig auch hier würdevoll zu vertreten.
Was hieß: Unterhaltung pur! |
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Über
Panels am Sonntag kann ich leider keinen Bericht abliefern, denn ich
nutzte erneut die Gelegenheit, an einem Workshop teilzunehmen, den ich
mir schon sooo lange vorgenommen hatte. Morgens um 10:00 Uhr sollte
es losgehen mit Schwertkampf. Der Workshop entwickelte sich zu einer
Mischung aus Stunt und Schwertkampf, machte einen irrsinnigen Spaß,
und ich wollte gar nicht mehr aufhören. Hab ich auch nicht, denn
als es dann um 12:00 Uhr hieß: „Jetzt proben wir die Dinge,
die wir auf der Closing zeigen wollen.“ blieb ich dabei und kämpfte
bis zum späten Nachmittag mit Elan und lautem Gebrüll. Ok,
meine Stimme war nach zwei Konzerten und zwei Partys sowieso schon angeschlagen.
Am Abend war sie dann so gut wie nicht mehr hörbar. Machte nix.
Wer nach ner Con noch völlig fit ist, hat die Con nicht ausgiebig
genug erlebt. Oder so ;-) |
Und
so kam es, dass ich anstatt wie sonst ruhig und etwas müde die
Closing von meinem Platz aus zu genießen, mich hinter der Bühne
wiederfand und meinem kurzen Auftritt entgegen fieberte.Trotzdem bekam ich noch genug mit, als der Elbenchor diesmal nicht nur Lieder aus Herr der Ringe darbot, sondern uns auch ein Gänsehautgefühl bescherte mit einem Stück aus Flucht der Karibik 3. Alexandra Felten und ihre Workshop-Teilnehmer brachten uns auf gewohnt amüsante Weise die Legende von Sir Gawain näher und der Tanzworkshop zeigte uns, dass man schon in wenigen Stunden lernen kann, sich einigermaßen vorzeigbar auf der Bühne zu Musik zu bewegen. Dann folgte unser Stunt-Auftritt. In kleinen Gruppen zeigten wir nacheinander, was wir so gelernt hatten: Schwertkampf, Faustkampf, fallen, brüllen, eben alles, was dazu gehörte. Mit der Unterstützung von Jed, Kiran, John Kelly und seiner Frau und natürlich unserem Lehrer Ben Schamma konnten wir, so hoffe ich, das Publikum einigermaßen unterhalten. Dann folgte das Unvermeidliche: Die Verabschiedung. Natürlich ohne Andy, der ja wie schon erwähnt nur Samstag da war. Auch Thomas hatte die Con bereits verlassen, verabschiedete sich aber von uns mit einem Videoclip seiner Abreise. Mark versprach uns noch, das Craig das nächste Mal wieder dabei sein wird. Ein kleiner Trost im bereit aufkommenden Con-Blues. |
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Dann war alles vorbei. Der letzte Applaus verhallte, das Licht im Hauptsaal ging wieder an. Viele verließen das Gelände nicht bevor sie sich nicht noch von neuen und alten Freunden verabschiedet hatten. Der kleine Raum vor der Rezeption füllte sich mit Koffern und sich umarmenden Menschen. Eine wunderbare Con war zu Ende. Ich war immer froh, noch eine weitere Nacht in Fulda zu verbringen.
So klang für mich die Con in der Bar am Sonntagabend und bei
einem gemütlichen Frühstück mit Freunden am Montagmorgen
erst aus. Und dann ging´s nach Hause. Leider. nach oben |