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Ringcon 2008 |
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„I´m ready to go home now“ after Fulda. Nein,
Fulda war nicht schlecht, aber es war trotzdem ein Gefühl des
Nachhausekommens, als ich am 3. Oktober 2008 das Maritim betrat,
um an der 7ten Ringcon teilzunehmen. Aber ich schweife ab. Weiter mit der Pressekonferenz, auf der nun
die Schauspielerin Kate Madison zusammen mit Kollegen ihr Film-Projekt
„Born of hope“ vorstellte, ein Film, der die Ereignisse
VOR dem Herrn der Ringe beleuchten soll und sich mit den Dunedain,
den Eltern von Aragorn und Aragorns jungen Jahren befassen wird.
Die Schauspieler arbeiten ohne Bezahlung daran, sodass sich die
Dreharbeiten natürlich so in die Länge ziehen. Kate hoffte
jedoch, dass der Film 2009 fertig werden wird. Auf welche Art und
Weise wir als Zuschauer dann in den Genuss kommen sollen, den Film
auch zu sehen, konnte uns die sympathische Kate allerdings noch
nicht verraten.
Die Pressekonferenz war zu Ende. Das hieß: Zimmer beziehen,
rein ins eigene Kostüm (Ich als Kostümfan würde NIE
in zivil auf einer Ringcon rumlaufen. Was denkt ihr von mir?) und
ab ins Getümmel. Mein erstes Panel sollte das von Lori sein. Also ab in den Hauptsaal. Das Dekoteam hatte sich wieder mal selbst übertroffen: Das Bühnenbild versetztes uns ins Auenland! Ein großer gedeckter Tisch, Bänke, ein wunderbarer Garten und –man traute seinen Augen kaum- Bilbos Haus! Und seine große runde, geöffnete Eingangstür war auch der Weg, den die Gäste nahmen, um auf die Bühne zu kommen. Einfach toll!
Lori war wieder mal wunderbar. Allerdings entzückte uns zuerst ein Auftritt von Jed Brophy, der in den Possom-Hosen des letzten Jahres zu unser aller Vergnügen zu „YMCA“ tanzte. Dann zeigte uns Lori einen kleinen Spielfilm, den sie zusammen mit Schauspielkollegen in Neuseeland gedreht hatte. Sie als Hobbitfrau bekam von einem Magier (Einfach herrlich: Craig Parker) den Auftrag, nach der Zerstörung Hobbingens ein neues Zuhause für die verstreut lebenden Hobbits (unter anderem Sarah McLeod (Rosi Cotton) und Cameron Rhodes (Farmer Maggot)) zu suchen und diese dann dort hinzuführen. „Mrs. Bracegirdle’s journey to sanctuary“ war eine kurzweilige Unterhaltung ganz nach Lori-Art. Um 15:00 Uhr ging´s dann für mich auf die Suche nach dem Rapier-Fechten-Workshop. Leider wurden nur weitere vier Anmeldungen zu den schon vorher entgegengenommenen Online-Anmeldungen angenommen. Ich war Nummer 5. Schade. Das hätte mir sicher Spaß gemacht. Also ging’s auf ins Gelände. Und wer saß da oben und gab fleißig Autogramme? John Rhys-Davies. Er hatte für jeden ein Lächeln, unterhielt sich gerne und war neugierig auf jeden Fan, der an seinem Tisch stand. Und das das ganze Wochenende. Unermüdlich schrieb und lächelte er und nahm sich für Jeden Zeit. Natürlich war in einer solchen Atmosphäre eine persönliche Widmung eine Selbstverständlichkeit für ihn. Unglaublich sympathisch und viel Fan-naher als ich es mir in meinen kühnsten Träumen vorgestellt hatte. Außerdem: diese Stimme! Diesem tiefen, warmen Bass konnte man stundenlang zuhören. Ein Höhepunkt jeder Con, dieser Mann. 18:00 Uhr: Ab zurück in den Hauptsaal. Da war jetzt der Video-Contest angesagt. Es lohnte sich wieder einmal: Beiträge wie Bilder der Nazguls auf das Ärzte-Lied „Junge“, Bilder aus den drei Herr-der-Ringe-Filmen auf „Pack die Badehose ein“, ein Gimli-Porträt auf „Es ist nicht immer leicht, ich zu sein“ von den Wise Guys (sogar mit Untertiteln) oder Filmzitate zurechtgeschnitten auf einen Besuch der Gefährten im Restaurant als eine Szene von Southpark. Das alles brachte den Saal zum Kochen.
Und so näherten wir uns dann endlich der Opening Ceremony, in der diesmal nicht nur die „Intellektuellen“ (es gab von ihnen wieder jede Menge, leider fehlte Alexandra Felten aus gesundheitlichen Gründen) und alle anwesenden Schauspieler, sondern auch die 3 Frontmänner Mark (Faramir), Andreas (Boromir) und Peter (Aragorn) von den Ringstars auf die Bühne kamen, um schon mal die neue Show für den Samstagabend anzukündigen. Die Ringcon war endlich offiziell eröffnet… …und kam mit dem anschließenden Panel von John Rhys-Davies gleich zu ihrem Hauptgast. John wollte uns als erstes mit einem breiten Grinsen dazu animieren, uns etwas auszudenken, um in 4 Jahren ins Guinnessbuch der Rekorde zu kommen. Allerdings, so betonte er mit einem verschmitzten Lächeln, legal und sicher. Und wenn wir etwas ohne Abenteuer suchten, dann sollten wir einfach versuchen, mit unseren Taten das Leben ein Stück besser zu machen. Guter Gedanke. Das erste, was ihm beim Gedanken an den HdR-Film einfiel –mit Ausnahme des scheußlichen Make-ups, auf das er damals allergisch reagiert hatte und ihm deshalb die Arbeiten zur Qual machten- sei, dass er durch den Film und die Convention so viele verschiedene Leute trifft und dadurch viel mehr über Menschen und die Gesellschaft an sich erfährt als es ihm ohne das möglich wäre. An das Make-up erinnert erzählte er uns, dass ihn Peter Jackson auf die Dreharbeiten und eine mögliche Zwergen-Rolle im „Hobbit“ angesprochen hatte mit den Worten „Mach dir keine Sorgen. Wir können das Make-up vielleicht sogar auf eine Stunde verkürzen“, was John ein „Du sadistischer, kleiner Bastard“ an Peter entlockt hatte. Er habe noch nie eine Rolle abgelehnt und es dann bereut. Irgendwie ruhe wohl ein Fluch auf den abgelehnten Rollen, denn die Filme seinen dann nie besondern gut gewesen. Auch eine Rolle im letzten Indianer Jones Film hatte er abgelehnt, denn nur ein kurzen Gastauftritt empfand er für seine Rolle als Sallah nicht passend. Außerdem hätten ihn die Charaktere im Drehbuch „nicht bewegt“ und ohne das nähme er keine Rollen an. Als John dann die Frage gestellt bekam, ob er ein Problem damit gehabt hätte, jemand von kleiner Größe zu spielen, wo er doch selbst so groß wäre, kam von John mit einem Grinsen im Gesicht mit Gimlis Stimme gesprochen nur eine Gegenfrage „Hast du ein Problem mit Zwergen?“ Doch auf die Frage, was er denn darüber denkt, dass er hauptsächlich in so genannten Nebenrollen tätig ist, antwortete er wieder ernst, dass kein „Star“ spielen kann ohne den passenden Gegenpart. Schließlich sollten eigentlich alle Schauspieler für das Stück bzw. den Film spielen, egal, wie groß ihre Rolle auch sei. An John konnte man sehen: es kommt nicht auf die Größe der Rolle an, sondern auf die Qualität des Schauspielers. Danke, John Rhys-Davies.
Nach John kam der zweite große Name auf die Bühne: Brad
Dourif. Ein ganz anderes Kaliber. Ruhig, fast ernst beichtete er
uns, dass er die Bücher nicht gelesen hatte bevor er sich zum
Casting bei HdR begab, bei dem er dreimal abgelehnt worden war,
und nur deshalb am Ende die Rolle des Grima bekam, weil der zuvor
ausgewählte Kollege abgesagt hatte. Gefragt nach den Unterschieden
zwischen dem Mörder Lon Suder, den er in Star Trek verkörperte,
und Grima, antwortete uns Brad, dass Suders Verhalten eher krankhaft
ist während Grima durch die Umstände, u.a. seine Hässlichkeit,
zu dem wurde, was er war. Er hatte keine Vorbilder für die
Darstellung des Grima gebraucht, weil das Buch genug Anhaltspunkte
bot, um den Charakter zu spielen. Außerdem wäre das Kostüm
dabei sehr hilfreich gewesen. Grima gehört, so erzählte
er, auch dadurch zu seinen Lieblingsbösewichten. Bemerkenswert
an ihm sei die Tatsache, dass dieser trotz seiner Schlechtigkeit
verliebt ist und so intelligent, dass er seine Mitmenschen manipulieren
kann, sich dabei aber selbst am meisten hasst.
Zum Abschluss des Freitags wurde die Bühne noch einmal voll. Mark Ferguson setzte sich an einen Tisch zusammen mit Chris Rankins und Lee Arenberg. Lori und Jed nahmen derweil auf der Hobbitbank Platz, während Lee, Mark und Chris sich angeregt über –man höre und staune- Fanfiktion unterhielten. Bisher hatte ich immer den Eindruck, dass Mark dieses Thema nicht mochte. Nicht so auf dieser Con. Jede Menge Anspielungen brachten das Publikum zum Schmunzeln. So gefällt uns das. Der erste tolle Tag war geschafft. Es ging ab in die Bar oder zum Konzert von Rabenschrey, das allerdings, vielleicht weil im kleinen Saal und nicht in der Partyzone, recht schlecht besucht war. Trotzdem machten die Jungs um Sänger Donar von Rabenschrey Stimmung. Erst in den frühen Morgenstunden gingen die letzten zu Bett nach einer wieder mal tollen Nacht. Die Vormittags-Panel habe ich mir dann angesichts eben jener Party gespart und mich bei Bogenschießen und Schlendern über die Märkte entspannt. Außerdem gab es ja wie jedes Jahr sooooo viele gute Kostüme zu bewundern, da kam man aus dem Knipsen gar nicht mehr heraus. Nach dem Mittag ging es dann aber voller Elan in den Schwertkampf- und Stuntworkshop, um sich richtig wach zu kämpfen. So etwas kann ich nur jedem empfehlen. Ist gar nicht so schwer wie es sich anhört und macht ungeheuren Spaß.
Anschließend ein schneller Gang in die Autogrammstunde. Mag man ja von den fehlenden Inklusiv-Autogrammen sonst wenig begeistert sein, aber die Möglichkeit, sich mehrere oder signierte Autogramme vom Lieblingsschauspieler zu besorgen, hat echt Vorteile, zumal es auch diesmal nicht eine einzelne Schlange gab, sondern wie schon auf der FC zu jedem Schauspieler eine eigene. So stand man nicht stundenlang vor dem „falschen“ Star. Gut gelöst. Nach der wie auch im letzten Jahr von Mark, Lori, Jed und Shane
unterhaltsam gestalteten Charity-Auktion, dem wieder mal durch lustige
Vorträge und spitzen Kostümen glänzenden Kostümwettbewerb
und einem zweiten John Rhys-Davies Panel kam mein persönlicher
Höhepunkt der ganzen Con: die Ringstars. Ihre dritte große Bühnenshow war so was von gigantisch. Spitze. Lustig. Ach, mir gehen da immer die Superlativen aus.
Oh, oh, der Sonntagmorgen kam mal wieder viel zu schnell. Und würde man nicht fürs Frühstück irgendwann mal das Bett verlassen müssen, wäre ich an dem Tag sicher lieber länger liegen geblieben. So ging´s wieder ins Getümmel. Leider musste ich den zweiten Stuntworkshop aus gesundheitlichen Gründen schon nach 10min. abbrechen. Tja, ne kleine Erkältung hatte sich leider extrem verstärkt. So was Blödes!
Also ging’s dann um 13:00 Uhr zum Harry Potter-Panel. Chris,
Jamie und Stanislav bescherten uns ein sehr unterhaltsames Panel
mit viel Wissenswertem von ihren Erfahrungen bei den Dreharbeiten.
So erzählte Stan, dass sie alle fast 2 Wochen allein für
die Ballszenen und den geforderten Walzer hatten üben müssen.
Chris verriet, dass Mark Williams, der Darsteller des Arthur Weasley,
bei jedem neuen Take bei der Frühstücksszene im Haus der
Weasleys den Text leicht veränderte, sodass die Kollegen oft
nie wussten, was als nächstes kommt. Weiter erzählte er,
dass er gerne einen Hobbit im „Kleinen Hobbit“ spielen
würde, weil er so mal wieder in seinem Heimatland spielen könnte.
(denn: Chris ist Neuseeländer!) In Harry Potter dagegen hätte
er am liebsten Tom Riddig gespielt, denn der war böse und trotzdem
irgendwie charmant. Stan hätte sich Snape als Rolle ausgesucht,
weil er einfach ein großartiger Charakter sei. Oder aber er
hätte gerne mehr von seinem eigenen Charakter im siebten Film.
Und Jamie? Der überlegte kurz und meinte, er würde dann
wahrscheinlich am liebsten Dobby spielen. Nach den drei hübschen Jungs und einer Pause meinerseits (hier vertrieben dann Brad Dourif und danach Lee Arenberg die Zeit im Hauptsaal) gab’s einen geballten Angriff auf die Lachmuskeln mit Mark, Lori, Jed und Shane. Die Spiele der vier, die uns Improvisationstheater vom feinsten lieferten, sind kaum zu beschreiben.
Ich versuch’s trotzdem ein bisschen. Ihr kennt vielleicht
ihr Stuntdouble-Spiel? Mark und Lori spielten eine Szene und wenn
es gefährlich wurde, kam der Ruf nach ihren Stuntdoubles Jed
und Shane. Die Szene? Mark verkörperte Harry Potter und Lori
spielte Ron (auch hier mit herrlichen Liebesanspielungen zwischen
den beiden Teenagern. Zum Brüllen). Und beide spielten Quidditch.
Könnt ihr euch ausmalen, was Jed und Shane auf der Bühne
veranstalteten als es ans Fliegen ging? Wenn nicht, müsst ihr
wohl oder übel die Con-DVD kaufen, denn DAS lässt sich
wirklich nicht beschreiben, so schräg und irre war das. Das Unvermeidliche kam dann unaufhaltsam auf uns zu: die Closing.
Doch nichts konnte die Verabschiedung aufhalten. Und so betraten
alle noch anwesenden Gäste zusammen die Bühne, ein letztes
Mal an diesem Wochenende stürmisch gefeiert von einem jubelnden
Saal. Der Saal leerte sich, Abschiedsszenen hier, Verabredungen für
ein letztes gemeinsames Essen und die Party da. Diesmal hieß
es für mich: ab nach hause. Und so ließ ich das Maritim
wehmütig hinter mir. |
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